Welche Faktoren wirken sich auf die Verträglichkeit von Kaffee aus?

Viele Faktoren wirken sich auf die Verträglichkeit von Kaffee aus. Am häufigsten wird in diesem Zusammenhang die Säure im Allgemeinen genannt. In Rohkaffee jedoch sind viele verschiedene Säuren enthalten. Viele davon sind für einen ausgewogenen und spritzigen Geschmack verantwortlich, während andere wiederum einen empfindlichen Magen reizen können. Eine der in Kaffee enthaltenen Säuren ist die Chlorogensäure. Sie soll für die Reizung des Magens verantworlich sein. Jedoch liest man viele unterschiedliche Meinungen darüber in der Fachpresse sowie Fachliteratur. Wirklich wissenschaftliche Erkenntnisse scheint es im Zusammenhang mit Chlorogensäure und der Verträglichkeit von Kaffee nicht zu geben.

Kaffee gehört zu den meist konsumierten Getränken weltweit. Demzufolge ist es wichtig und sinnvoll zu wissen, wie man die Verträglichkeit von Kaffee verbessern kann. Auch wenn nicht ausreichend wissenschaftliches Material zum Thema Verträglichkeit und Säuren zur Verfügung steht, haben wir viele Erfahrungen über die Jahre gesammelt und herausgefunden, wie wir die Verträglichkeit von Kaffee verbessern können. Wir zeigen Ihnen im Folgenden was Sie beachten können, um bekömmlichen und gut verträglichen Kaffee zu trinken.

Säuren sind feste Bestandteile des Rohkaffees

Der Säuregehalt von Rohkaffee variiert je nach Kaffeeart und Sorte. Klima und Boden der Anbaugebiete haben ebenso Einfluss auf den Säuregehalt, wie auch auf andere Inhaltsstoffe. Im Durchschnitt kann man sagen, dass Arabica ein bisschen weniger Säuren enthält als Robusta Kaffee. Diese Unterschiede können allerdings vernachlässigt werden, da die noch folgenden Faktoren zur Verbesserung der Verträglichkeit von Kaffee, einen deutlich größeren Einfluss auf den resultierenden Säuregehalt in der Tasse haben.

Die Aufbereitung von Rohkaffee

Einen relativ kleinen Einfluss auf den Säuregehalt von Rohkaffee hat die Aufbereitung. Zur Aufbereitung von Rohkaffee gibt es zwei grundsätzliche Verfahren.

Verträglichkeit von Kaffee bei der trockenen Aufbereitung

Um die Kaffeekirschen trocken aufzubereiten, breitet man Sie entweder auf Trockensieben aus oder ganz traditionell auf dem Boden. Die Kaffeekirschen müssen dabei ständig gewendet werden, insbesondere um nicht zu verfaulen. Durch die Wärme bei der Trocknung der Kaffeekirschen beginnt eine Fermentierung der Kaffeebohnen. Diese nehmen durch biologische Wechselwirkung Süße aus dem Fruchtfleisch auf und bauen währenddessen Säuren ab. Deswegen schmeckt trocken aufbereiteter Kaffee häufig leicht süsslich und enthält weniger Säure.

Verträglichkeit von Kaffee bei der nassen Aufbereitung

Bei der nassen Aufbereitung werden die Kaffeekirschen zurerst mit Hilfe von Wasserläufen nach Reife sortiert. Im Anschluss werden die Kaffeerohbohnen maschinell aus dem Fruchtfleisch entfernt. Danach gibt es zwei mögliche Vorgehensweisen für die weitere Aufbereitung.

Man spricht von halb-gewaschenem Kaffee, wenn die Kaffeebohnen nach dem Entfernen des Fruchtfleisches direkt zur Trocknung kommen. Da die Rohbohnen nur noch wenig Fruchtfleisch um sich haben, nehmen sie auch weniger Süße auf und bauen weniger Säure ab. Das wirkt sich häufig mit einer leichten Säure in der Tasse aus.

Zuletz spricht man von gewaschenem Kaffee, wenn man ihm das Fruchtfleisch vollständig entfernt. Dadurch wird die Fermentation mit dem Fruchtfleisch verhindert und es können keine Säuren abgebaut werden. Gewaschener Kaffee enthält demnach in der Regel den größten Säureanteil im Vergleich zu anderen Aufbereitungsmethoden.

Ein schonendes Langzeit-Trommelröstverfahren hat den größten Einfluss auf die Verträglichkeit von Kaffee

Der Röstprozess hat den größten Einfluss auf die Verträglichkeit von Kaffee. Der Abbau von Säuren durch die Röstung ist ein kontinuierlicher Prozess. Dieser beginnt etwa bei 100 Grad und wird nur unwesentlich durch höhere Temperaturen verstärkt. Das bedeutet um so länger man Kaffee röstet, umso mehr Säuren werden abgebaut unabhängig von der verwendeten Hitze. Nach etwa 20 Minuten Röstzeit sind Röstkaffees in der Regel gut verträglich.

Zuletzt spielt die Zubereitung eine große Rolle bei der Verträglichkeit von Kaffee

Im Gegensatz zur Kaffeeröstung, bei der sich längere Röstzeiten positiv auf die Verträglichkeit von Kaffee auswirken, gilt für die Zubereitung von Kaffee, je kürzer das Brühverfahren ist, umso bekömmlicher und verträglicher ist der Kaffee. Demzufolge ist eine Espressozubereitung mit beispielsweise einer Siebdruckmaschine gut verträglich, während die klassischen Filterzubereitungsarten im Vergleich dazu weniger bekömmlich sind. Die Extraktion mit einer Siebdruckmaschine sollte etwa 25 Sekunden dauern. Klassisch gefilterte Kaffees benötigen im Gegensatz dazu etwa 4 Minuten. Durch die längere Brühzeit können gerade gegen Ende des Brühvorgangs magenreizende Säuren aus dem Kaffee extrahiert werden, was sich somit auf die Verträglichkeit auswirkt.

Darauf können Sie achten um verträglichen Kaffee zu kaufen

Da die Verträglichkeit von Kaffee am meisten durch das Röstverfahren beeinflusst wird, sollten Sie nur Kaffee oder Espresso kaufen, der ein schonendes Langzeit-Trommelröstverfahren durchlaufen hat. Diesen Kaffee erhalten Sie ausschließlich von privaten Kaffeeröstereien. Unerwünschte Säuren werden durch ein Langzeit-Trommelrösterverfahren weitesgehend abgebaut, wodurch der Kaffee gut verträglich ist. Zudem bildet sich durch das schonende Röstverfahren eine breitere und intensivere Aromenvielfalt im Röstkaffee aus.

Zusätzlich können sie in Kaffeeröstereien viele nützliche und wichtige Informationen zu dem Kaffee Ihrer Wahl bekommen. Angefangen von Herkunft und Anbau über Aufbereitung bis hin zu Handel und anschließender Röstung des Kaffees, können Sie vor dem Kauf erfragen.